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Autor: frauke kickmeier

Mental Load

Mental Load: Wenn die Liste im Kopf länger wird als die auf dem Schreibtisch

Der Kalender ist an manchen Tagen fast leer. Und trotzdem ist am Abend nichts mehr da. Kein Fokus, keine Geduld, keine Energie für das, was eigentlich noch anstehen würde. Wer Projekte leitet, Teams koordiniert oder Kommunikation verantwortet, kennt dieses Gefühl vermutlich gut. Das Problem sitzt dann selten in der Aufgabenliste. Es sitzt im Kopf.

Genau das beschreibt der Begriff Mental Load: die mentale Last, die neben der eigentlichen Arbeit mitläuft. Sie zeigt sich nicht in Meetings oder Deadlines, sondern in dem, was zwischen den Terminen passiert – im ständigen Vorausdenken, Planen und Nichts-vergessen-Wollen. Und dieser Dauerbetrieb im Kopf kann auf Dauer genauso erschöpfen wie die Arbeit selbst, manchmal sogar mehr.

Arbeitsbelastung ist nicht Mental Load

Es lohnt sich, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden, die im Alltag gern in einen Topf geworfen werden. Arbeitsbelastung ist das, was der Kalender zeigt: Meetings, Abstimmungen, viele eigene Aufgaben, Abgaben und Termindruck, Unklarheiten und Veränderungen im Projekt, dazu die Stimmungen im Team, die mitgemanagt werden wollen. Das ist sichtbar, planbar, in gewissen Grenzen auch delegierbar.

Mental Load läuft daneben mit, und zwar unsichtbar. Abläufe koordinieren. Alles im Blick behalten. Entscheidungen treffen. Zwischen Projektbeteiligten vermitteln. Probleme antizipieren, bevor sie überhaupt entstehen. Prioritäten setzen und bei Bedarf wieder über den Haufen werfen. Nichts davon steht in einem Ticket. Trotzdem ist es Arbeit – und zwar Arbeit, die selten aufhört, wenn der Rechner zugeklappt wird. Der Feierabend schaltet den Kalender aus, nicht die Gedanken.

Warum wir es oft selbst nicht merken

Ein Grund, warum Mental Load so hartnäckig ist: Wir bemerken ihn häufig nicht direkt. Das Gedankenkarussell dreht sich, aber wir sind es gewohnt, immer alles im Kopf zu haben, und tauschen uns darüber selten aus. Stattdessen klären wir die Dinge im inneren Dialog – leise, für uns, ohne dass jemand davon mitbekommt.

Das Problem dabei: Wenn wir Themen nur mit uns selbst klären, bekommen auch die Menschen in unserem Umfeld nichts von der Belastung mit. Weder Kolleg:innen noch Vorgesetzte können anbieten, was sie nicht sehen. Mental Load bleibt unsichtbar, weil er keinen Gips hat, keine Wunde, keinen Verband – und genau deshalb wird er so oft unterschätzt, auch von denen, die ihn tragen.

Was Dauerstress im Kopf auslöst

Bleibt der Kopf dauerhaft im Betrieb, zeigt sich das früher oder später im Alltag: Grübeln statt Schlafen, Erschöpfung trotz Pause, Fahrigkeit statt Fokus, weniger Geduld im Team und privat. Das Gehirn braucht genauso Erholung wie der Körper. Fehlt sie über längere Zeit, steigt das Risiko für Erschöpfung und Burnout spürbar – ein Dauerbetrieb im Kopf ist keine Selbstverständlichkeit, auch wenn er sich für viele Projektverantwortliche längst normal anfühlt.

Die RPM-Perspektive

Nicht die Menge der Aufgaben erschöpft am meisten, sondern die Verantwortung, alles gleichzeitig im Kopf zu behalten. An dieser Stelle setzt die RPM-Methode™ an, die auf drei Ebenen arbeitet: Resilienz, Projektstruktur und Miteinander. Resilienzfaktoren wie Akzeptanz, Selbstwirksamkeit und Lösungsorientierung helfen dabei, die mentale Last aktiv zu steuern, statt sie nur auszuhalten. Resilienz heißt dabei nicht, alles allein zu stemmen, sondern bewusst zu entscheiden, was man selbst trägt.

Konkret heißt das im Projektalltag: Prioritäten immer wieder neu ordnen, Aufgaben tatsächlich loslassen statt sie nur formal zu delegieren, klare Abläufe und Puffer einbauen, Pausen fest verankern statt sie zu opfern, Überlastung offen ansprechen und aktiv nach Unterstützung fragen, statt zu warten, bis sie jemand von selbst bemerkt.

Der erste Schritt: den inneren Dialog nach außen holen

Wer mentale Last reduzieren will, muss sie zunächst sichtbar machen – für sich selbst und für andere. Das beginnt oft mit einem einzigen Satz im Team-Meeting: „Ich merke gerade, dass ich gedanklich mehr trage, als auf meiner Liste steht.“ Genau darin liegt der Unterschied zwischen Belastung, die irgendwann kippt, und Belastung, die sich gemeinsam auffangen lässt.

Mentale Belastung verschwindet nicht von allein. Resilientes Projektmanagement hilft, sie früh zu erkennen und gezielt aufzufangen, statt sie einfach mitzuschleppen.

acht routinen gegen mental load

8 Routinen, mit denen gute Projektmanager:innen ihren Kopf freihalten

Frameworks gegen Mental Load gibt es viele. Die Eisenhower-Matrix kennt vermutlich jede:r, der 80/20-Regel begegnet man in fast jedem Produktivitätsratgeber. Die Frage ist nicht, ob diese Werkzeuge funktionieren. Die Frage ist, warum sie im Projektalltag trotzdem so oft an der Praxis scheitern.

Die Antwort liegt selten im Werkzeug selbst, sondern darin, wie es eingesetzt wird. Wer ein Framework nutzt, um noch mehr Kontrolle über jede Minute zu bekommen, verschärft die mentale Last eher, als sie zu lindern. Wer es nutzt, um bewusst Prioritäten zu setzen, Aufgaben abzugeben und Pausen zuzulassen, gewinnt tatsächlich Kopffreiraum zurück. Genau darum geht es in diesem Beitrag: acht bewährte Routinen, eingeordnet in die drei Ebenen der RPM-Methode™ – Resilienz, Projektstruktur und Miteinander.

Ein Framework wirkt erst, wenn der Kopf mitspielt

Bevor es an die einzelnen Routinen geht, ein wichtiger Punkt vorweg: Methoden allein reichen nicht. Eine perfekte Eisenhower-Matrix nützt wenig, wenn im Hintergrund permanent das Gefühl mitläuft, für alles verantwortlich zu sein. Die RPM-Methode™ verbindet deshalb Struktur mit echter Erholung und offenem Austausch im Team. Erst im Zusammenspiel aller drei Ebenen entfalten die folgenden Routinen ihre Wirkung.

Projektstruktur: Klarheit vor Kontrolle

MIT-Methode. Most Important Tasks: Lege pro Projekttag 1 bis 3 Aufgaben fest, die wirklich vorankommen sollen, und erledige sie vor Mails und Kleinkram. Der Tag wird dann an Fortschritt gemessen, nicht an Betriebsamkeit.

2-Minuten-Regel. Ist etwas in unter 2 Minuten erledigt, sofort erledigen statt sammeln. So bleiben Mini-Aufgaben nicht als offene Punkte im Kopf hängen und blockieren keine Energie, die an anderer Stelle gebraucht wird.

80/20-Regel. Der Ökonom Vilfredo Pareto stellte 1906 fest, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung etwa 80 Prozent des Landbesitzes hielten. Auf Projekte übertragen heißt das: Ein kleiner Teil der Aufgaben bringt den größten Fortschritt. Es lohnt sich, bei jedem Projektschritt zu fragen, welche 20 Prozent wirklich 80 Prozent des Ergebnisses liefern – der Rest darf warten, kleiner werden oder abgegeben werden.

Eisenhower-Matrix. Aufgaben nach dringend und wichtig sortieren: sofort erledigen, terminieren, delegieren oder streichen. Klare Prioritäten entlasten den Kopf mehr als jede noch so lange To-do-Liste, weil die Entscheidung einmal getroffen ist und nicht jeden Tag neu verhandelt werden muss.

Miteinander: Belastung sichtbar machen

Batching-Methode. Abstimmungen, Mails und Rückfragen in festen Blöcken bündeln statt sie über den Tag zu verteilen. Das schont nicht nur die eigene Konzentration, sondern reduziert auch Unterbrechungen fürs ganze Team – Batching ist damit auch ein Stück Rücksicht auf die Kolleg:innen.

Weekly Review. Einmal pro Woche 30 bis 60 Minuten für einen ehrlichen Rückblick nehmen: Was hat das Projekt wirklich vorangebracht, was hat nur Zeit gekostet, was ist nächste Woche wirklich entscheidend? Entscheidend ist dabei, dieses Review offen im Team zu besprechen statt es nur im Kopf abzuhaken.

Resilienz: Energie ist endlich

Fokus-Sprints. 45 bis 90 Minuten konzentriert an einer Sache arbeiten, ohne Multitasking, ohne Handy, ohne Nebenfenster. Danach bewusst eine echte Pause einbauen, bevor der nächste Sprint startet. Die Pause ist dabei kein Bonus, sondern Teil der Methode.

Parkinsons Gesetz. Arbeit dehnt sich auf die Zeit aus, die man ihr gibt. Deshalb helfen bewusst kurze, klare Deadlines mehr als vage Vorsätze – nicht „heute irgendwann“, sondern „bis 11:30 Uhr fertig“. Das schafft Fokus und schont gleichzeitig Energie, die sonst im Vagen verpufft.

Struktur schafft Freiraum, kein Korsett

Keine dieser acht Routinen ist neu, und keine davon löst mentale Last allein. Aber zusammen genommen schaffen sie etwas, das im Projektalltag oft fehlt: Klarheit darüber, was wirklich wichtig ist, Räume für echte Erholung und eine Kultur, in der Belastung angesprochen werden darf, bevor sie zu groß wird. Genau das ist der Kern von Resilientem Projektmanagement – Struktur, die Freiraum schafft, statt ein weiteres Korsett zu sein.

Podcast Autoberufe

Employer Branding im KfZ-Gewerbe. Frauke zu Gast im „AutoBerufe – Der Podcast“.

Kürzlich war ich zu Gast beim „AutoBerufe – Der Podcast“ und habe mit der lieben Claudia Kefferpütz über das Thema Employer Branding im KFZ-Gewerbe gesprochen. Konkret ging es darum, wie Kfz-Betriebe als Arbeitgeber sichtbar und attraktiv werden – besonders für Auszubildende.
Wir haben zentrale Fragen rund um den Aufbau einer authentischen Arbeitgebermarke besprochen. Warum Employer Branding für kleine wie große Betriebe essenziell ist, mit welchen Missverständnissen viele Unternehmer konfrontiert werden und wieso der eigene Betrieb längst eine Arbeitgeberidentität besitzt – ob bewusst gestaltet oder nicht.
Freut euch auf viele Impulse, wie ihr aktiv Auszubildende gewinnen könnt.
Hört rein, die Folge ist online.

Frühwarnsystem

Frühwarnsysteme sind wichtig für die Projektsteuerung

Mein alter Chef hat mal zu mir gesagt „Frauke, du musst mir immer die Projektwahrheit sagen! Wenn du es nicht tust, machst du mich handlungsunfähig. Ich habe dann keine Chance mehr gegenzusteuern.“

Heute weiß ich, wie wichtig es ist, ehrlich und vor allem zügig zu reporten. Es ist schließlich kein tolles Gefühl für eine Führungskraft, wenn das Projekt monatelang auf grün steht. Um dann urplötzlich auf rot zustehen. Und dann auch noch festgestellt wird, dass dies absehbar war.

Damit ihr Projektmanager nicht in diese Falle lauft, sind Frühwarnsysteme für dein Projekt immens wichtig.

Frühwarnsysteme in Projekten sind Instrumente oder Mechanismen, die dabei helfen, potenzielle Probleme oder Risiken frühzeitig zu erkennen, bevor sie eskalieren und den Projekterfolg gefährden. Sie sind ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements und der Projektsteuerung.

Warum sind Frühwarnsysteme in Projekten wichtig?

  1. Frühe Problemidentifikation
    Sie ermöglichen das rechtzeitige Erkennen von Abweichungen (z. B. Zeit, Kosten, Qualität), bevor diese kritisch werden. So kann gegengesteuert werden, bevor es teuer oder aufwendig wird.
  2. Bessere Entscheidungsgrundlage
    Frühwarnsysteme liefern datenbasierte Informationen, die es dem Projektmanagement erleichtern, fundierte Entscheidungen zu treffen – etwa über Ressourcen, Prioritäten oder Kurskorrekturen.
  3. Reduzierung von Projektrisiken
    Durch kontinuierliches Monitoring lassen sich Risiken früher erkennen und Maßnahmen können geplant und umgesetzt werden, bevor das Projekt ernsthaft beeinträchtigt wird.
  4. Erhöhung der Projekterfolgswahrscheinlichkeit
    Projekte verlaufen selten exakt wie geplant. Frühwarnsysteme erhöhen die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit – zwei entscheidende Erfolgsfaktoren.
  5. Vertrauen bei Stakeholdern
    Wer frühzeitig über mögliche Probleme informiert und zeigt, dass Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, schafft Transparenz und stärkt das Vertrauen der Auftraggeber oder Projektbeteiligten.

Typische Elemente eines Frühwarnsystems im Projekt:

  • Meilenstein-Trendanalyse (MTA): Visualisiert, ob sich Meilensteine verschieben.
  • Ampelsysteme / Statusberichte: Einfache Darstellung des Projektstatus (grün, gelb, rot).
  • Soll-Ist-Vergleiche: Z. B. für Budget, Zeit, Ressourcenverbrauch.
  • Risikologs und Risikobewertungen: Laufende Pflege und Bewertung möglicher Gefährdungen.
  • Stimmungsbilder im Team: Auch qualitative Frühindikatoren können hilfreich sein.

Hier mal ein beispielhafter Report

FrühindikatorMessgröße / BeobachtungAmpelstatusMaßnahme bei AbweichungVerantwortlich
Zeitplan / MeilensteineMeilenstein-Trendanalyse (verschieben sich Deadlines?)🟢/🟡/🔴Ursachenanalyse, ggf. Puffer mobilisierenProjektleitung
BudgetverbrauchIst-Kosten vs. Plan-Kosten (z. B. in %)🟢/🟡/🔴Budget neu planen, Kostentreiber identifizierenControlling
TeamkapazitätAuslastung, Überstunden, Krankmeldungen🟢/🟡/🔴Aufgaben umverteilen, externe Ressourcen prüfenTeamleitung
Qualität der ErgebnisseAnzahl Korrekturschleifen, Rückmeldungen🟢/🟡/🔴Qualitätsprüfung verschärfen, Ursachen klärenQualitätssicherung
Stakeholder-ZufriedenheitFeedback aus Statusmeetings🟢/🟡/🔴Kommunikation verbessern, Erwartungen klärenProjektleitung / PMO
RisikolageAnzahl und Bewertung offener Risiken🟢/🟡/🔴Risikomaßnahmen verschärfen, ggf. EskalationRisikomanagement

Es ist sinnvoll, das Frühwarnsystem regelmäßig zu betrachten. Zum Beispiel in regelmäßig stattfinden Projektmeetings und auch beim Reporting für die Geschäftsleitung. Der offene und stetige Umgang mit potenziellenRisiken schafft Vertrauen bei allen Projektbeteiligten.

Egal wie umfangreich dein Projekt ist, ich rate dir, mach dir Gedanken dazu. Ich habe noch kein Projekt erlebt, dass ohne Änderungen umgesetzt wurde. Vor allem nicht in unserer eher agilen Zeit.

Stakeholder managenen schachfiguren

Stakeholder managen

Urplötzlich kommen scheinbar aus dem Nichts Probleme ins Projekt! Kennt ihr das auch?
Ihr denkt, ihr habt das Projekt im Griff. Die Planung steht und die direkten Projektbeteiligten kennen sie auch. Ihr seid im Kostenplan unterwegs. Und die Qualität stimmt auch. Und dennoch kommen plötzlich Schwingungen, die Unruhe reinbringen.

Das kann man vermeiden, wenn man sich im Vorfeld des Projektes Gedanken zum Stakeholdermanagement macht.
👉 Wer sind alles Stakeholder?
👉 Was sind ihre Interessen?
👉 Wie sollte ich sie im Projekt einbeziehen?

1. Potenzielle Stakeholder sind:

  • Mitarbeitende
  • Kund:innen
  • Zulieferer
  • der Staat
  • Geschäftspartner:innen
  • die Öffentlichkeit
  • Nachbarn
  • andere Abteilung
  • der Vorstand

2. Die Stakeholdermatrix hilft die verschiedenen Einflussnehmer zu kategorisieren:

3. Umgang mit den Stakeholdern:

Während des Projektes hilft es, sich in regelmäßigen Abständen z. B. vor Meilensteinen, die Stakeholdermatrix anzuschauen. Haben sich Abhängigkeiten oder Einflussnahmen verschoben? Sind alle Personen so abgeholt, wie sie es brauchen?
Dann kann in der nächsten Projektphase alles in Ruhe weiterlaufen.

Foto von servet photograph auf Unsplash

Willkommenspaket

Willkommenspakete

Preboarding – ein herzliches Willkommen vor dem ersten Arbeitstag.

Vom Moment der Vertragsunterschrift bis zum ersten Arbeitstag kann es oft still werden. Eine Möglichkeit, den neuen Kolleg:innen vor dem eigentlich Start schon das Gefühl zu geben, Teil der Organisation zu sein, sind individuell zusammengestellte Willkommenspakete.
Aber was gehört alles in ein Willkommenspaket? Hier findest du Anregungen und Ideen.

Grundsätzlich ist das Willkommenspaket keine Werbetüte. Es geht darum nützliche Utensilien für die Arbeit bereitzustellen, als auch darum den neuen Kolleg:innen zu zeigen, dass man sich auf die freut. Es dürfen also Kopf und Herz angesprochen werden.

1. Ein persönliches Herzlich Willkommen vom Chef.
Ein Video vom CEO oder Geschäftsführer, der die neuen Kolleg:innen begrüßt zeigt den neuen Mitarbeitenden, dass sie wertgeschätzt werden. Und es wird sofort Vertrauen in die Führung aufgebaut. Das Video braucht auch garnicht lang sein. Der Geschäftsführer heißt die neuen Mitarbeitenden willkommen, sagt etwas zur Vision und Mission des Unternehmens und betont die Bedeutung ihrer neuen Rolle für den Erfolg des Unternehmens.

2. Begrüßungsschreiben
Ist das Willkommensvideo nicht umsetzbar, kann alternativ ein Brief (keine E-Mail) von der Unternehmensleitung an die neuen Mitarbeiter:innen versendet werden. Auch hier werden Freude und Wertschätzung ausgedrückt und das erste zarte Vertrauensband geknüpft.

3. Teamgruß
Für viele Menschen ist das Team, mit dem sie zusammenarbeiten, sehr wichtig. Es ist eine vertrauensbildende Maßnahme, wenn das Kennenlernen des neuen Teams schon vor dem ersten Arbeitstag stattfinden. Zum Beispiel kann ein Teamfoto und ein Organigramm dabei helfen. Schön sind auch selbst gestaltete kleine Booklets, wie ein Freundebuch, um das erste Kennenlernen zu erleichtern.

4. Unternehmensvorstellung
Ganz klassisch sollte in einem Willkommenspaket auch eine erste Basisinformation zum zukünftigen Arbeitgeber enthalten sein. Das kann die Unternehmensbroschüre sein, ein Video oder ein Ordner, der die wichtigsten Informationen zum Unternehmen, der Kultur, Vision, Mission und Werte enthält.

5. Merchandise
Nützliche Gegenstände für die zukünftige Arbeit sind als Geschenk immer beliebt. Unterscheiden sollten sich die Gegenstände je nach Fachbereich und Anstellung. Wer im Homeoffice arbeitet kann mit einem Mousepad eher etwas anfangen, als jemand der in der Produktion arbeitet.
Notizblöcke, Stifte und Schlüsselbänder sind immer beliebt. Hier gilt: hochwertige Artikel werden genutzt. Hier lohnt sich durchaus die Investition in gut verarbeitete Produkte.

6. Gutschein für ein Mittagessen oder Kaffee
Um den ersten Arbeitstag angenehm zu gestalten, findet ein Gutschein für ein Mittagessen oder einen gemeinsamen Kaffee immer Anklang. Und die neuen Kolleg:innen fühlen sich direkt gut aufgehoben.

7. Accessoires für den Arbeitsplatz
Individualität am Arbeitsplatz auszuleben ist wichtig. Hier helfen schon Kleinigkeiten, wie persönliche Auswahl des Monitors, des Schreibtischstuhls, Farbe der Schreibtischunterlage oder welche Pflanze man haben möchte. In der Produktion sind es z. B. personalisierte Werkzeuge.

8. Ein Buch für den Wertegleichklang
Um die Werte des Unternehmens zu transportieren kann es sein, dass ein Buch z. B. eine Biografie hilft, diese zu vermitteln. Ein solches Buch zu Beginn der Zusammenarbeit zu verschenken, ist ein Zeichen der Wertschätzung und zielt auf den Wertegleichklang ab.

9. Fachliteratur
Weiterbildung ist jedem Mitarbeiter wichtig, egal in welchem Fachbereich. Es hilft im Alltag, wenn die wichtigsten Fachbücher in Reichweite sind.
Es ist daher eine sinnvolle Investition, wenn sich jeder Mitarbeitende ein Fachbuch zum Start wünschen darf. Die Fachbücher werden am Arbeitsplatz gesammelt und über die Zeit entsteht eine universelle Wissensbibliothek.

10. Feieranlässe
Wenn es in der Zeit zwischen der Vertragsunterschrift und dem ersten Arbeitstag Gründe zum Feiern gibt, wie Weihnachtsfeier oder Teamevents, sollte die neuen Kollegen eingeladen werden. Das fördert den Zusammenhalt und drückt Zusammengehörigkeit aus.

Effektiver durch Routinen

Wir haltet ihr es mit Routinen? Habt ihr euren Tag wohl strukturiert und wisst, wann ihr am besten welche Aufgaben bearbeitet? Oder gehört ihr zu den Menschen, die fünf E-Mails anfangen zu schreiben, auf jedes Teams- oder Telefonklingeln reagieren und sich am Ende des Tages fragen, was sie heute geschafft haben?

Routinen sind für einen erfüllenden und produktiven Tag ich sehr hilfreich. Damit auch du deinen Tag gut strukturieren kannst, folgen hier vier Tipps.

  1. Setz dir konkrete Ziele
    Was willst du heute erreichen?
    Wann ist der Arbeitstag für dich erfolgreich?
    Was willst du nächste Woche erreichen?
    Schreib dir deine Aufgaben auf und priorisiere sie nach wichtig und dringlich. Überlege zudem, wann und wie du am besten verschiedene Aufgabentypen löst.
  2. Fange klein an
    Plane nicht direkt eine Woche oder gar einen Monat. Erstelle dir erst einmal einen Tagesplan und lege dir deine Arbeitsroutinen fest. Die wichtigen Aufgaben fallen in deine Leistungszeit. Also in die Tageszeit, in der du am besten denken und dich konzentrieren kannst. Interaktive Sessions, Austausch mit Anderen legst du am besten in die Zeiten, wo du “müder” bist. Und Mails kannst du drei mal am Tag checken und sonst ist das E-Mail Programm geschlossen.
  3. Routine bekommen
    Bleibe konsequent! Versuche deine Tagesplanung zu multiplizieren. Führe deine neue Gewohnheiten jeden Tag zur gleichen Zeit oder in der gleichen Reihenfolge durch. So verankern Sie sich besser und werden zur Routine.
  4. Verfolge deinen Fortschritt
    Führe ein Tagebuch oder nutze eine App, um deine Fortschritte zu verfolgen. Du wirst im Laufe der Tage sehen, wie sich die neuen Routinen festigen und sich positiv auf deinen Arbeitsalltag auswirken. Du kannst z. B. Timings besser halten, fühlst dich nicht mehr so gehetzt und hast eine bessere Produktivitätsrate.

Foto von Felipe Furtado auf Unsplash

Feedback aktiv in den Arbeitsalltag integrieren

Feedback zu geben und Feedback zu hören ist für jeden wichtig. Egal welcher Hierarchiestufe man angehört, die Spiegelung des eigenen Verhaltens, wie man arbeitet, wie man wirkt ist für die eigene Weiterentwicklung essenziell.

Von einer aktiven Feedbackkultur in einem Unternehmen können alle Mitarbeitenden profitieren. Ich möchte euch ein paar Tipps mitgeben, wie ihr aktiv in euren Arbeitsalltag Feedback integrieren könnt.

Teammeeting: die regelmäßigen Teammeetings sind ideal für Feedback. Es fördert den offenen Austausch unter den Kolleg:innen und ermöglicht es jedem Teammitglied, direkt auf aktuelle Themen und Herausforderungen einzugehen. Wichtig ist jedoch: das negatives Feedback nie vor der Gruppe besprochen wird.

Führungskräfte schulen: wie heißt es so schön, nicht geschimpft ist genug gelobt. Das Feedback einer Führungskraft zählt schwer. Und im positiven und direkten Feedback steckt eine wahnsinnige Kraft an Motivation. Führungskräfte sollten daher darin geschult werden, offenes, ehrliches und direktes Feedback geben zu können. So können Sie leicht eine positive Energie im Team auslösen.

Peer-Feedback: die Rückmeldug von Kolleg:innen ist für die Weiterentwicklung und für ein gutes Fremdbild besonders wichtig. Ermutigt direkte, aber auch Kolleg:innen anderer Abteilungen, Feedback zu geben. Zum Beispiel, wenn man gemeinsam an einem Projekt gearbeitet hat. Holen Sie sich als Projektleiter:in, als Gruppe Feedback ein. Das fördert das Vertrauen untereinander und somit die Zusammenarbeit. Blinde flecken in der eigenen Arbeitsweise können erkannt werden. Und die eigene Entwicklung wird befeuert.

Feedback-Spaziergänge: ein beliebtes Format ist seit Corona das sogenannte „Walk and Talk“. Mitarbeiter:in und Vorgesetze:r gehen spazieren – im Park, im Viertel, auf dem Betriebsgelände – und besprechen dabei Projekte, Verhalten, Leistungen etc. Kreatives Denken und offene Kommunikation wird durch die Bewegung an der frischen Luft gefördert.

Feedback-Frühstück: beim gemeinsamen Frühstück lässt sich in angenehmer Atmosphäre über das Projekt austauschen. In kleinen Gruppen können hierarchieübergreifend Ideen ausgetauscht werden. Der Dialog wird gestärkt und baut Hierarchiebarrieren ab.

Timing ist alles!

Zeit ist Geld und deshalb ist es wichtig, dass bei einem Projekt das Timing sowohl realistisch geplant wird, aber auch Veränderungen zugelassen werden können.

Jede:r Projektmanager:in sollte sich beim Projektstart folgende drei Fragen beantworten:
1. Was ist das Ziel des Projektes?
2. Wie viel Budget steht zur Verfügung?
3. In welchem Zeithorizont soll das Projekt umgesetzt werden?

Dann gilt es einen ersten Projektplan mit Zeitplanung aufzustellen Bei der Frage zum Timing habe ich schon einiges erlebt. Von viel zu knapp bemessener Zeit, bis hin zu weit gedehnten Projektzeiträumen. Beides zeugt davon, dass das Gesamtprojekt anfangs nicht komplett überschaubar ist. Für eine realistische Zeiteinschätzung hilft es, das Projekt in Teilprojekte zu unterteilen.

Dazu definieren wir die Meilensteine des Projektes. Diese sind wiederum mit Projektzielen verbunden, wie zum Beispiel
– Konzeption / Freigabe
– Schulterblick / Feedback
– Kreativkonzept / Freigabe
– Produktion / Freigabe
– Auslieferung / Ausspielung

Die einzelnen Teilprojekte können nacheinander immer feiner geplant werden. Ob in einem Ganttchart, in einem Projektmanagementtool oder in Excel, die einzelnen Projektschritte werden zeitlich terminiert und verantwortlichen Personen und Gewerken zugeordnet.

In regelmäßigen Abständen sollte der Projektleiter mit seinem Team das Timing prüfen. Verschieben sich einzelne Schritte wird dies dokumentiert, um während des Projektverlaufes die Änderungen in der Planung nachvollziehbar zu machen.

Foto von Eric Rothermel auf Unsplash

Gesprächsnotizen

Ich rufe da mal kurz an und kläre das!
Jede:r von uns kennt dieses Phänomen. Es gibt eine Herausforderung oder Fragestellung in einem Projekt und diese soll direkt mit einem Projektpartner geklärt werden. Die direkte Kommunikation empfehle ich euch auf jeden Fall. Aber nach dem Gespräch ist es wichtig, das Ergebnis direkt zu verschriftlichen.

Fragile Erinnerungen!
Falsche Erinnerungen können dich im Business durchaus in Schwierigkeiten bringen. Egal ob du dich nicht mehr korrekt erinnerst oder die andere Partei. Vermeide es, dich auf mündliche Abmachungen zu verlassen. Und schaffe eine Verbindlichkeit für Entscheidungen.

Notizen oder Protokolle
Wenn du mit deinem Ansprechpartner telefoniert hast oder eine persönliche Abstimmung hattest – fasse direkt nach dem Gespräch die Beschlüssen zusammen und schicke sie deinem Ansprechpartner.

Bestätigung
Dein Ansprechpartner soll dir kurz schriftlich eine Bestätigung schicken. Oder auch eine Korrektur. In jedem Fall dient die Gesprächsnotiz für den weiteren Projektverlauf als bindend. Und Entscheidungen können retrospektiv von Projektteilnehmenden und Stakeholdern nachvollzogen werden.

Konfliktentschärfung
Sind wir gedanklich ein halbes Jahr später und der Projektbeschluss wird hinterfragt, kann jede:r Projektmanager:in mit der Dokumentation belegen, wie und warum seinerzeit so entschieden wurde. Diskussionen und Konflikte werden mittels einer einfachen Gesprächsnotiz entschärft.

Fazit
Sehr also Gesprächsnotizen nicht als lästig an! Mit ein bisschen Routine sind sie schnell gemacht und die Zeit, die du investierst ist gut investierte Zeit. Denn im Nachinein Gespräche zu rekonstruieren ist weitaus zeitintensiver.

Foto von unseen-studio auf Unsplash